Lexikon

Ameisen
Große rotrückige Ameise Hausameise
Rasenameise
Pharaoameisen

Fliegen
Blaue Schmeißfliege Brummer
Große Stubenfliege

Flöhe
Hunde- und Katzenfloh
Vogelflöhe
Hühnerfloh
Menschenfloh
Rattenfloh

Tauben
Mehlkäfer
Taubenwanze
Taubenzecken
Gefleckter Pelzkäfer
Gemeiner Speckkäfer
Khaprakäfer

Schaben- Kakerlaken, Schwaben usw.
Amerikanische Schabe
Braunbandschabe
Deutsche Schabe
Orientalische Schabe - Küchenschabe

Motten
Kakaomotte Speichermotte
Kleidermotte
Kupferrote Dörrobstmotte
Mehlmotte

Hausmaus

Wanderratte Kanalratte

Wanzen
Plattwanze
Bettwanze
Kotwanze
rotbeinige Baumwanze

Vorratsschädlinge
Amerikanischer Reismehlkäfer

Rüsselkäfer
Kornkäfer
Reiskäfer

Bienen
Honigbienen

Soziale Faltenwespen
Hornissen
Mittlere Wespe
Sächsische Wespe
Waldwespe
Norwegische Wespe
Rote Wespe
Deutsche Wespe
Gallische Feldwespe
Gemeine Wespe

Ohrwürmer Ohrenknieper

Bücherskorpion

Silberfischchen

 

Details

Ameisen

Große rotrückige Ameise Hausameise Lasius emarginatus

Vorkommen:
Sie leben in trockenen, warmen Hanglagen unter Steinen, aber auch in Hauswänden in ihren Nestern.

Auftreten:
Auch sie treten ganzjährig im Haus, vom Frühjahr bis zum Herbst im Freien auf.

Aussehen:
Sie haben einen schwarzen Körper mit roter Brust. Die Arbeiterinnen werden 3 – 9 mm groß. Von Juli bis August schwärmen die Männchen und Weibchen zum Hochzeitsflug aus. Die befruchteten Weibchen legen neue Nester an.

Ernährung:
Sie ernähren sich von den Ausscheidungen der Blattläuse (zuckerhaltdig), aber auch von kleineren Insekten (z.B. Raupen – eiweißhaltig). Bei schlechten Witterungsbedingungen dringen sie in die Häuser ein und suchen dort Ersatznahrung, die sie dort oft reichlich finden.

Lebensweise und Schäden:
Ihre Lebensweise und die angerichteten Schäden sind analog der Rasenameise.

Bekämpfung:
Vorhandene Ritzen im Mauerwerk sollten beseitigt werden, Nahrungsmittel in fest schließenden Behältern aufbewahrt werden. Insektizidhaltige Präparate bzw. Streumittel auf den Straßen anbringen.

 

Rasenameise Tetramorium ceaspitum

Vorkommen:
Die Nester der Rasenameise befinden sich an Wegrändern oder im Garten und sind unter Steinen im Freien aber auch im Holz (z.B. Holzbalken auf Dachböden) verborgen.

Auftreten:
Sie treten im Haus ganzjährig, im Freien vom Frühjahr bis zum Spätherbst auf.

Aussehen:
Die ungeflügelten Arbeiterinnen sind ca. 2 – 3,5 mm lang, ihre Farbe gelb – rot bis braun.
Die dunkelbraunen, geflügelten, geschlechtsreifen Ameisen fliegen von Juni bis August. Nach der Begattung sterben die Männchen ab und die Weibchen werfen die Flügel ab. Sie bilden neue Kolonien.

Ernährung:
Die Ameisen ernähren sich von kohlenhydrathaltigen und / oder eiweißhaltigen Nahrungsmitteln.

Lebensweise:
Die Eiablage erfolgt durch die Königin ganzjährig im Nest, wo auch die weitere Entwicklung (Eier, Larven und Puppen) erfolgt. Eine Königin kann bis zu 30 Jahren leben. Die Nachkommenschaft ist dadurch sehr hoch.

Schäden:
Das Auftreten der Ameisen wirkt durch den Befall und dadurch verursachte Verunreinigung von Nahrungsmitteln ekelerregend. Die befallene Nahrung muß vernichtet werden.

Bekämpfung:
Nahrungs- bzw. Lebensmittel sollten in verschlossenen Behältern aufbewahrt werden.
Sofortige Beseitigung von vergossenen zuckerhaltigen Stoffen.
An den Ameisenstraßen insektizidhaltige Präparate bzw. Streumittel ausbringen.

Pharaoameisen Monomorium pharaonis

Vorkommen:
Die Pharaoameisen wurden aus Asien eingeschleppt. Sie bevorzugen daher warme, feuchte Orte. Die Nester sind sehr klein und können daher hinter Fliesen, in Wandritzen, in Holzspalten oder zwischen Wänden und Möbeln, in Verpackungsmaterial oder zwischen Wäschestücken sein. Sie kommen in warmen Räumen, Heizungsschächten (z.B. Bäckereien, Krankenhäusern, Wäschereien) vor.

Auftreten:
Da sie sich nur in warmen Räumlichkeiten aufhalten können, kommen sie das ganze Jahr über vor. Temperaturen zwischen 25° - 35° C sind optimal. Liegen die Raumtemperaturen ständig unter 20 ° C, können sie sich nicht mehr vermehren. Ab 5° C können sie daher aussterben.

Aussehen:
Die Pharaoameisen sind sehr klein, nur 1,5 – 2,5 mm lang. Die Königin ist doppelt so groß. Ihre Farbe ist hellgelb (bernsteinfarben).

Ernährung:
Die Nahrung der Pharaoameisen besteht aus kohlenhydrathaltigen sowie eiweiß- und
fetthaltigen Stoffen. So z.B. Zucker, Honig, Gebäck, Fleisch, Blut, toten Insekten u.ä.

Lebensweise:
In den Nestern befinden sich immer mehrere eierlegende Königinnen. Sie schwärmen nicht aus und können daher stets neue Nester anlegen, wenn der Raum zu eng wird. Ihre Nachkommenschaft ist dadurch sehr groß. Da sie an schwer zugänglichen Stellen ihre Nester haben, sind sie schwer zu lokalisieren.

Schäden:
Die Schäden, die von den Pharaoameisen angerichtet werden, sind sehr groß.
Zum Füttern ihrer Larven benötigen die Pharaoameisen eiweißhaltige Nahrung, so z.B. Fleisch, Blut, Käse oder Eier, sie macht aber auch vor kohlehydrahthaltigen also zuckerhaltigen Nahrungsmitteln (wie Obst, Marmelade oder Gebäck) nicht halt.
Die auf Nahrungssuche befindlichen Arbeiterinnen belaufen z. B. in Krankenhäusern Laborgeräte, neue und gebrauchte Verbandsmaterialien, kriechen unter Verbände und fressen an offenen Wunden der Patienten. Sie sind in Abfalleimern, Toiletten, Hygieneartikeln, in Brutschränken aber auch an Leichen zu finden.
Sie überträgt aus diesem Grund Keime und ist ein großer Gesundheitsschädling.

Bekämpfung:
Die Bekämpfung ist sehr schwierig. Als Erstes ist auf peinliche Sauberkeit zu achten. Alle Nahrungsmittel sind in fest verschlossenen Behältern aufzubewahren. Da die Pharaoameisen ihre Nistkollonien an unzugänglichen Stellen einrichten (wie oben beschrieben) kommt man mit insektizidhaltigen Spritz- oder Nebelmittel schlecht an sie heran. Hier muß das Köderverfahren eingesetzt werden. Die Köderstellen müssen regelmäßig kontrolliert und mit Ködermaterial bestückt werden. Eine Bekämpfung ist daher nur vom Fachmann durchführen zu lassen.

Fliegen Muscidae

Da es so viele Arten von Fliegen gibt, werden hier nur 2 der wichtigsten Gesundheitsschädlinge aufgeführt.

Blaue Schmeißfliege Brummer Calliphora vicina

Vorkommen
Sie ist über die gesamte Nordhalbkugel verbreitet. Sie ist ganzjährig anzutreffen, in den Monaten April – Oktober gehäuft.

Auftreten
Sie leben in engem Kontakt zum Menschen, in Wirtschaftsgebäuden und im Freiland, sind aber nicht ortsgebunden.

Aussehen
Sie sind mittelgroß bis groß, 5 – 14 mm. Der Körper ist blauschwarz und metallisch glänzend. Auffällig sind die großen rotbraunen Augen am Kopf.

Lebensweise
Zur Eiablage suchen die Weibchen eiweißhaltige Substrate. Dazu zählen Fleisch- und Wurstwaren, Kleintierkadaver, Fisch, aber auch Exkremente oder sich zersetzendes Fleisch.
Sie legen dort 5 – 14 Tage nach ihrem Schlupf bis zu 800 Eier in lichtarme Hohlräume ab.
Die Ei- und Larvenentwicklung reguliert sich durch die äußeren Bedingungen. Die Larven schlüpfen in der warmen Jahreszeit schon nach 24 Stunden. Temperaturen um 25 ° C verkürzen den Schlupf um ca. 12 Stunden. Fehlt Brutsubstrat für die Eier, geht die Empryonalentwicklung im Fliegenweibchen weiter. Bei der Eiablage können dann schon innerhalb 30 Minuten Maden schlüpfen. Temperaturen um 37 ° C schädigen die Eier. Die Larvenentwicklung dauert 5 – 7 Tage.
Die verpuppungsreifen Larven dringen in Spalten o.ä. ein. Die Puppenruhe dauert bei ca. 32 ° C 4 – 7 Tage, bei 13 ° C ca. 20 – 24 Tage.
Die Schmeißfliege benötigt für die Entwicklung einer Generation etwa 3 – 4 Wochen. So können sie von Mai bis Oktober zwischen 4 – 8 Generationen produzieren.

Schäden
Sie gehört zu den schädlichsten und lästigsten Schmeißfliegenarten. Durch den Kot und den Larvenfraß werden die Nahrungsmittel ungenießbar und müssen vernichtet werden. Sie suchen Tierkadaver, Kot und Nahrungsmittel im Wechsel auf, und werden dadurch in erster Linie zu einem Überträger von Krankheitskeimen – und –Erregern. So können sie u. a. Typhus, Tuberkulose, Milzbrand oder Wundinfektionen übertragen. Sie können aber auch die Überträger von Wurmeier vom Band- und Spulwurm sowie vom Maden- und Peitschenwurm sein.

Bekämpfung
Für die Prophylaxe wird das Abdecken bzw. Verschließen von gefährdeten Nahrungsmitteln (Fleisch, Käse, Wurst oder Fisch) angeraten. So z.B. das Anbringen von Fliegengittern an Fenstern. Als Fraßgifte sind die Fliegenfänger, die an der Decke befestigt werden, zu empfehlen. Eine großflächige Behandlung in Räumen mit insektizidhaltigen Materialien sollte nur vom Fachmann durchgeführt werden.

Große Stubenfliege Musca domestica

Vorkommen
Sie ist weltweit vertreten.

Auftreten
Sie tritt in Wohnungen aber auch in Ställen auf. Sie kann in jedem Stadium überwintern.

Aussehen
Die große Stubenfliege wird 7 – 9 mm groß. Der Körper ist grau – schwarz, die Flügel graubraun.

Ernährung
Sie findet im Mist der Nutztiere, aber auch in organischen Abfällen ihre Nahrung.

Lebensweise
Sie bevorzugt als Brutsubstrat zersetzende pflanzliche Stoffe, besonders Dungansammlungen.
Die Aufnahme von Flüssigkeit an den Brutstätten beschleunigt die Eiablage.
Ernährungszustand, Nahrungszusammensetzung und klimatische Bedingungen üben einen aktivierenden und regulierenden Einfluß auf die Eireifung sowie Intensität und Dauer der Legetätigkeit des Weibchens aus.
Bei ausreichendem Eiweißanteil in der Nahrung findet die Begattung 3 – 8 Tage nach dem Schlüpfen statt.
Kohlenhydratreiche Nahrung verzögert die Begattung bis zu 14 Tagen. Rein pflanzliche oder rein eiweißhaltige Nahrung führt zur Ablage nicht entwicklungsfähiger Eier.
Es werden 100 – 120 Eier in Schüben an verdeckten Stellen abgelegt. Das Weibchen produziert zwischen 600 – 1200 Eiern. Die Menge hängt von den Lebensbedingungen und Witterungsverhältnissen ab.
Die Erstlarven schlüpfen bei 16 ° C in 46 Stunden, bei 19 ° C in 19 Stunden und bei 30 ° C in 10 Stunden aus. Sie dringen in tiefere Schichten mit hoher Feuchtigkeit ein.
Das 1. und 2. Larvenstadium bevorzugt 100 % relative Luftfeuchte und Temperaturen von 30 – 37 ° C. Temperaturen über 40 ° C überleben sie allerdings nicht.
Das 3. Larvenstadium überlebt –1 ° bis –2 ° C für ca. 4 Stunden. –10 ° C überleben sie nicht.
Bei 7 ° C verlangsamt sich die Larvenentwicklung, kommt aber nicht zum Stillstand.
Bei einem optimalen Mikroklima beginnen die Drittlarven nach 3 – 5 Tagen mit der Verpuppung. Sie suchen trockene, an der Oberfläche gelegene Substratschichten auf.
Die Puppe benötigt Temperaturen < 16 ° C und eine Luftfeuchte von 50 – 60 % zur Entwicklung. Nach 3 – 26 Tagen schlüpfen die Imagines.
Die Generationsfolge wird im Winter in unseren Breiten kaum noch unterbrochen.
In der warmen Jahreszeit braucht eine Generation für die Entwicklung vom Ei bis zum Imago 2 – 3 Wochen.
Bei 33 ° C kann sich die Entwicklung auf 7 Tage verkürzen, oder bei Temperaturen um 16 °C auf 4 Wochen ausdehnen.
In einer Vegetationsperiode können sich 8 – 10 Generationen entwickeln.
Die Lebensaktivitäten steigen bei zunehmenden Temperaturen.
Bei 7 – 8 ° C bewegen sich die Fliegen nicht. Bei 10 ° C fliegen sie nur auf, wenn sie gestört werden.
Bei 14 – 18 ° C nehmen sie Nahrung auf und beginnen mit der Eiablage. Die ideale Temperatur für die Fliegen liegt bei 25 – 30 ° C.
Das Lebensalter der Fliegen hängt von den Temperaturen ab. Bei 8 ° C beträgt die Überlebenszeit etwa 8 Tage. Bei 16 ° C 20 Tage und unter günstigen Bedingungen 30 – 70 Tage.
Bei gutem Raumklima (z.B. Bäckereien) kommt die Entwicklung auch während des Winters nicht zum Stillstand.

Schäden
Siehe „Blaue Schmeißfliege“

Bekämpfung
Sie ebenfalls unter „Blaue Schmeißfliege“

 

Flöhe - Siphonaptera

Hundefloh Ctenocephalides canis
Katzenfloh Ctenocephalides felis

Vogelflöhe

Hühnerfloh Ceratophyllus gallinae
Taubenfloh Ceratophyllus columbae

Menschenfloh Pulex irritans
Rattenfloh Nosopsyllus fasciatus

Hunde- und Katzenfloh

Vorkommen:
Sie leben zwischen Federn oder Haaren auf der Körperoberfläche des Wirtes. Zum Wirt zählen Hunde, Katzen, Kaninchen, Fuchs, kleine Nagetiere (Ratten) aber auch der Mensch. Sie sind nicht an einen speziellen Wirt gebunden.

Auftreten:
Sie treten ständig und weltweit auf.

Aussehen:
Alle Floharten haben einen seitlich zusammengepreßten Körper. Ihre Sprungkraft ergibt sich durch ein stark entwickeltes hinteres Beinpaar. Sie haben keine Flügel. Ihre Farbe variiert zwischen gelbbraun über rotbraun bis fast schwarz. Ebenso kann die Größe unterschiedlich sein. Sie schwankt zwischen 1,5 bis 4 mm.
Die Gesamtentwicklung des Hunde- oder Katzenflohs dauert 2 – 3 Wochen und verkürzt sich bei Sommertemperaturen. Ungünstige Lebensbedingungen verlängern die Entwicklung bis zu 3 Monaten und länger.
Die Flohlarven im allgemeinen sind bis zu 6 mm lange weißliche Maden, die sich nach ca. 4 Wochen in kleinen Kokons verpuppen. Die Puppen haben am Anfang eine weißgelbliche, vor dem Schlupf eine bräunliche Farbe. Sie durchwandern 3 Larvenstadien. Im 3. Larvenstadium verpuppt sich die Larve und ruht in einem Kokon. Die Entwicklungsdauer vom Ei bis zum Floh ist bei den einzelnen Arten unterschiedlich. Sie ist von der Nahrung, der Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig und beträgt zwischen 2 – 4 Wochen.

Ernährung:
Die Ernährung der Flohlarven und der voll entwickelten Insekten ist unterschiedlich. Die Larven ernähren sich z. B. von Hautschuppen, Vogelkot oder organischen Stoffen. Die ausgewachsenen Flöhe saugen nur das Blut ihres Wirtes.
Sie können aber auch bei schlechten Lebensbedingungen Wochen und Monate in Ruhe zubringen und unter Umständen mehr als 12 Monate ohne Nahrung auskommen. Wegen Nahrungsmangel können sie auch auf einen anderen Wirt abwandern

Schäden:
Materialschäden treten nicht auf. Durch ihre Stiche ist das Wohlbefinden von Mensch und Tier beeinträchtigt. Der Hundefloh, aber auch der Katzenfloh können die Larvenstadien verschiedener Bandwurmarten auf den Menschen übertragen. Durch den intimen Umgang mit den Haustieren kann sich der Mensch damit anstecken.

Bekämpfung:
Zunächst muß der Befallsgrad, die Befallsquelle und die Flohart festgestellt werden.
Hohe Temperaturen und eine geringe relative Luftfeuchtigkeit verkürzt, eine hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen verlängern die Lebensdauer der Flöhe. Sauberkeit in den Wohnräumen, den Lagerstätten der Haustiere oder in den Ställen ist unbedingt einzuhalten. Die Haustiere (Hunde, Katzen) regelmäßig auf Flohbefall kontrollieren und reinigen bzw. bürsten. Die Schlafstellen der Tiere säubern und absaugen.
Nistkästen von Vögeln in der Nähe von menschlichen Wohnungen nach dem Brutende gründlich reinigen. Das entfernte Nistmaterial in einer geschlossenen Tüte in den Restmüll werfen um ein Verbreitern vorhandenen Ungeziefers zu vermeiden. In den Wohnräumen Teppiche häufig saugen und klopfen. Chemische Behandlung nur von einem Fachmann ausführen lassen.

Vogelflöhe

Da es zahlreiche Arten der Vogelflöhe gibt, sei hier nur der Hühnerfloh erwähnt

Hühnerfloh Ceratophyllus gallinae

Aussehen
Der Hühnerfloh ist dunkelbraun, oft auch schwarz. Er ist 1 – 3 mm lang.

Auftreten
Er kommt in Hühner- bzw. Geflügelställen, Taubenschlägen oder Vogelnestern vor. Die Entwicklung von der Eiablage bis zum voll entwickelten Imago dauert etwa 10 – 12 Tage.

Ernährung
Der Floh saugt das Blut seiner Wirtstiere – Hühner, Truthühner, Tauben, wildlebende Vögel aber auch des Menschen.

Schäden und Bekämpfung
Siehe unter Hühner- bzw. Katzenfloh

Menschenfloh Pulex irritans

Vorkommen
Die Larven und das Vollinsekt bevorzugen eine lichtgedämpfte bis dunkle Umgebung. Sie halten sich daher in Fußbodenritzen, unter Betten oder Teppichen, in staubigen Ecken oder Polstermöbeln auf. Sie sind in Kinos oder Theatern (Polstermöbel), in tierischen Lagerstätten (z.B. Schweineställen oder Hundehütten) aber auch in unsauberen Wohnungen zu finden.

Auftreten
Sie treten ganzjährig auf. Die Befallsstärke richtet sich nach den Umweltbedingungen. Das Weibchen legt in Schüben 4 – 8 Eier ab. Vor jeder dieser Eiablagen benötigt es eine Blutmahlzeit. Es werden insgesamt mehr als 400 Eier in einem Zeitraum von einem bis zu drei Monaten abgelegt. Die Junglarve schlüpft bei Temperaturen von 18 ° bis 27 ° C und einer Luftfeuchtigkeit von 70 - 90 % in 4 – 5 Tagen. Temperaturen unter 16 ° C und eine 50 % ige Luftfeuchtigkeit verhindern den Schlupf der Larven. Nach ca. 13 – 15 Tagen beginnt die Verpuppung. Die Puppenruhe dauert 7 Tage, bei ungünstigen Umweltbedingungen kann sie bis zu 239 Tagen betragen. Die Gesamtentwicklung bei guten sommerlichen Temperaturen dauert 3 – 4 Wochen, bei winterlichen Temperaturen ca. 6 Wochen. Ein ausgewachsener Floh lebt ca. 3 – 4 Monate.

Aussehen
Der Menschenfloh ist etwa 2 – 4 mm lang. Seine Farbe ist dunkelbraun.

Ernährung
Er ernährt sich vom Blut des Menschen, aber auch Schweine und Hunde sowie wilde Säugetiere (Dachs, Fuchs, Igel) werden von ihm befallen. Bei Pferden, Katzen oder Kaninchen, Ratten oder Hühnern ist er seltener zu finden. Die Larve des Menschenflohs kann bis zu einem Monat hungern.

Schäden
Der Menschenfloh kann die Larvenstadien des Hunde- oder Rattenbandwurmes übertragen. Siehe auch Hunde- oder Katzenflöhe.

Bekämpfung:
Sauberkeit ist oberstes Gebot.
In den Wohnräumen Teppiche und Polstermöbel häufig saugen und klopfen. Chemische Behandlung nur von einem Fachmann ausführen lassen.

Rattenfloh Nosopsyllus fasciatus

Vorkommen
Der Rattenfloh ist weltweit verbreitet.

Aussehen
Das Vollkerf ist 1,25 – 2 mm lang. Die Entwicklung der Larven ist die gleiche wie bei Hunden – oder Katzenflöhen.

Ernährung
Die Menschenflöhe können mehr als 12 Monate ohne Nahrung auskommen. Die Puppen in ihren Kokons können sehr lange warten, bis sie ausschlüpfen. Die Flöhe wandern zu einem anderen Wirt, wenn sie hungern müssen.

Schäden
Schäden an Materialien treten nicht auf. Es ist auf Sauberkeit zu achten. Gründliche Reinigung von Teppichen, Polstermöbeln und Matratzen, aber auch des Fußbodens ist erforderlich.
Da die Flöhe aber im allgemeinen die Erreger der Pest, Tuberkulose, Kinderlähmung, Schweinepest und andere Infektionskrankheiten übertragen können ist eine Bekämpfung unbedingt vorzunehmen.

Tauben – Parasiten

Mehlkäfer Tenebrio molitor

Auftreten
Er tritt weltweit auf, kann fliegen und entwickelt sich auch unter Freilandbedingungen.

Vorkommen
Er ist zwar weltweit verbreitet, kommt aber im Haushalt seltener vor. (Wenn, dann wurde er eingeschleppt). Die Käfer kommen nur in den Sommermonaten vor, die Larven ganzjährig.

Aussehen
Der Käfer wird 12 – 20 mm lang. Er ist oben schwarzbraun, unten mehr rotbraun gefärbt. Auf den Flügeldecken kann man punktierte Längsstreifen erkennen.
Die Larven – die sogenannten Mehlwürmer – sind lang und rund, gelblich bis hellbraun gefärbt und werden bis zu 30 mm lang. Die Puppen sind ebenfalls gelblich und werden zwischen 14 und 19 mm lang.

Ernährung
Die Nahrung der erwachsenen Käfer und die der Larven besteht aus Mühlenprodukten, also hauptsächlich aus Mehl oder Teigwaren. Selten aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen, Erdnüssen oder Tabak.

Lebensweise
Das Weibchen legt ca. 160 – 500 Eier ab. Nach etwa 15 Tagen schlüpfen die Larven und häuten sich während ihres Wachstums 9 – 20 mal. Sie können 9 Monate ohne Nahrung auskommen. Die Entwicklung der Larven kann über 600 Tage dauern. Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert rund 650 Tage. Bei optimalen Temperaturen (25 ° - 27 ° C) wächst die Larve zwischen 6 – 8 Monaten heran. Sie verpuppt sich anschließend unter der Mehloberfläche. Das Puppenstadium dauert im Durchschnitt 2 Wochen. Im Gegensatz zur Entwicklungsdauer der Larven lebt der Käfer nur in den Sommermonaten 4 – 6 Wochen.
Gesamtentwicklung bei ca. 25 ° C ungefähr 9 Monate, bei niedrigeren Temperaturen bis zu 18 Monaten.

Schäden
Der Mehlkäfer richtet an den befallenen Produkten nur geringfügigen Schaden an, da er selten in größerer Stückzahl vorkommt. Die sogenannten Mehlwürmer, also die Larven, wurden in den meisten Fällen aus Zoohandlungen eingeschleppt. Dort werden sie als Vogel- oder Fischfutter verkauft. Die Mehlwürmer richten in ihrem Larvenstadium hauptsächlich in Mühlen, wo die Produkte länger gelagert werden, Schäden an.

Bekämpfung
Mehl vor dem Einlagern mehrmals durchsieben, lange Lagerzeiten vermeiden. Das befallene Substrat für eine Stunde auf 60 ° C erhitzen oder für 48 Stunden bei – 20 ° C aufbewahren. Eine chemische Bekämpfung ist nicht zu empfehlen.
Große Lager bzw. Speicher müssen vernebelt werden.

TaubenwanzeCimex columbarius

Vorkommen
Die Taubenwanze ist ein Blutsauger und lebt auf Tauben.
Befinden sich im Dachboden Nester von verwilderten Haustauben, können sie auch in darunter liegenden Wohnungen auftreten.

Schäden
Materialschäden kommen nicht vor. Der Wanzenstich ist nicht zu spüren. Es kommt aber anschließend zu einem mehr oder weniger starken Juckreiz. Empfindliche Personen können darauf allergisch reagieren, besonders bei kleinen Kindern sind Sekundärinfektionen möglich. Wanzen spielen bei der Verbreitung von Krankheitserregern zwar eine untergeordnete Rolle, können aber die Keime der Pest, Tularämie oder des Milzbrandes übertragen.

Taubenzecken Argas reflexus

Vorkommen:
Sie leben tagsüber verborgen in Ritzen, Dachböden, Taubenschlägen und Hühnerställen

Auftreten / Entwicklung:
Sie treten ganzjährig auf.
Die Entwicklung ist von Umweltbedingungen (Sauerstoff und Feuchtigkeit) abhängig.
Sie kann sich vom Schlüpfen der Larven aus den Eiern über 3 Monate bis zu 3 Jahren erstrecken.
Sie können ohne Nahrung länger als 3 Jahre überleben.

Aussehen:
Taubenzecken haben einen abgeflachten, eiförmigen Körper und sind zwischen 8 mm und 1,1 cm groß (Weibchen / Männchen). Ihre Farbe ist grau – braun.

Ernährung:
In ihren drei Entwicklungsstadien saugen sie Blut von ihren Wirten (auch vom Menschen).

Schäden:
Materialschäden werden von Ihnen nicht angerichtet. Beim Menschen tritt durch den Stich Juckreiz auf, und es kann zu Sekundärinfektionen kommen.

Bekämpfung:
Sauberkeit auf Dachböden oder in Ställen ist oberstes Gebot. Chemisch – thermische Bekämpfung nach gründlicher Reinigung der befallenen Objekte: Lockeren Putz abschlagen, Dielung aufnehmen, Schlacken und Füllstoffe entfernen, Fehlboden / Einschub ausbauen, Staubsaugerreinigung, danach Ausführung des Heißluftverfahrens in Verbindung mit chemischer Behandlung der Bereiche, die nicht ausreichend durchgeheizt werden können.

Gefleckter Pelzkäfer Attagenus pellio

Auftreten
Er tritt weltweit auf

Vorkommen
Im Haus ist er ganzjährig anzutreffen.

Aussehen
Der Käfer ist schwarzbraun und hat auf jeder Flügeldecke einen weißen Fleck. Er wird zwischen 3 – 6 mm lang. Die Larven sind braun, lang und nach hinten verjüngt und behaart. Sie haben am Körperende einen pinselartigen Anhang, der fast so lang wie der Körper selbst ist.

Ernährung
Der Käfer ernährt sich von Pollen und Nektar der Blüten. Die Larven richten die Schäden in unseren Wohnungen an. Sie ernähren sich von Stoffen, Pelzen u.ä., die sie abfressen. Aber auch Getreideprodukte, tote Insekten oder trockenes Fleisch werden von ihnen befallen.

Lebensweise
Die Käfer fliegen Ende Mai aus und kehren zur Eiablage in die Gebäude zurück.
Sie legen die Eier auf trockenem, organischem Material (in der Regel Vogelnester) ab.
Die Entwicklung ist sehr langsam, mehr als ein Jahr (oft 2 – 3 Jahre) bis zum schlüpfen der neuen Käfergeneration.

Schäden
Einzelne Käfer in der Wohnung richten keinen Schaden an. Sie sollten aufgesammelt werden. Sollte es vermehrt zu Auftreten von Käfern kommen, muß die Entwicklungsstätte der Larven ausfindig gemacht werden. Hier muß man auch Tauben- oder Vogelnester als Herkunftsstelle in Betracht ziehen.
Denn der von den Larven verursachte Schaden durch ihre Fraßtätigkeit an Teppichen, Stoffen, Pelzen oder Decken ist oft größer als z.B. der der Kleidermotte. Die von unten abgefressenen Haare fallen dann büschelweise heraus.
Es wird nur in Ausnahmefällen eine chemische Bekämpfung notwendig sein.

Gemeiner Speckkäfer Dermestes lardarius

Auftreten
Speckkäfer treten in Wohnungen ganzjährig auf und kommen überall vor.

Aussehen
Der Käfer ist gelbbraun – schwarz mit hellen Haarbinden auf den Flügeln. Die Bauchseite ist grau behaart. Sie werden etwa 7 – 11 mm groß. Der Käfer ist flugfähig. Die Larven sind 11 – 14 mm lang und hinten schmaler als vorn. Die Rückenseite ist mit langen und bräunlich gefärbten Haaren besetzt. Die Bauchseite ist gelblich behaart.

Ernährung
Der Speckkäfer frißt vorwiegend Speck, Trockenwurst und Schinken, also tierische Nahrung. Aber auch Felle, Häute, Wolle und Federn sind vor ihm nicht sicher. Findet er keine tierische Nahrung, ist er auch an pflanzlichen Vorräten (Futtermitteln) zu finden.

Lebensweise
Die Larven schlüpfen nach 3 – 12 Tagen, häuten sich 4 – 5 mal in 17 – 24 Tagen. Sie verpuppen sich im September – Oktober und überwintern im Mauerwerk, Holz oder Mörtel. Der Käfer schlüpft unter günstigen Bedingungen nach 60 – 90 Tagen und überwintert in der Puppenwiege.
Die Entwicklung bei Zimmertemperatur ist sehr schnell. (z.T. 6 Generationen / Jahr), dadurch ist ein Massenbefall möglich. Sie sind unempfindlich gegen Kälte.

Schäden
Da heute die Fleischprodukte in Kühlschränken aufbewahrt werden, richtet er „nur“ noch Materialschäden an. Die Larven legen sich vor dem Verpuppen eine Wiege in einem Substrat an. Sie können dadurch Schäden an Holzteilen oder an Sammlungsobjekten anrichten. Gefährlich wird es, wenn die Speckkäferlarven sich in großen Mengen in Holzbauten einnisten. Die Stabilität kann dann bei diesen Bauten gefährdet werden.
Besonders empfindliche Menschen (Allergiker) können auf die Haare der Larven allergisch reagieren. (Nesselfieberähnliche Hauterscheinungen und Augenentzündungen).

KhaprakäferTrogoderma granarium

Vorkommen
Der Khaprakäfer kommt vor allem in allen Getreidearten und deren Produkte vor.

Auftreten
Er tritt weltweit und ganzjährig auf. Er ist aus den Tropen eingeschleppt worden.

Ernährung
Die Adulte sind sehr wärmeliebend, etwa 24 ° C, und fressen nicht mehr.
Die Larven ernähren sich von allen Getreidearten, Erbsen, Mais, Reis, pflanzliche Rückstände der Ölgewinnung, Erdnüsse, Trockenmilch und – Fleisch, Fischmehl.

Aussehen
Die Käfer sind oval und werden bis 3 mm lang, sehen gelbbraun bis schwarz aus und haben hellere Querbinden auf den Flügeln. Die Flügeldecken sind behaart.

Lebensweise
Die Weibchen legen bis zu 125 Eiern einzeln an den Getreidekörnern ab. Die sich daraus entwickelnden Larven werden bis zu 5 mm lang und haben am Hinterende lange Haarbüschel. Sie sind gelbbraun gefärbt. Sie können bei Temperaturen bis zum Gefrierpunkt überleben und bis zu 1 Jahr ohne Nahrung auskommen, was der Verbreitung förderlich ist.
Die Larven schlüpfen nach ca. 14 Tagen. Die Entwicklung verläuft zwischen 20 ° und 48 ° C. Optimal sind 35 ° C. Sie beträgt bei optimalen Bedingungen etwa 24 Tage.
Die Puppen verbleiben in der letzten aufgeplatzen Larvenhaut. Sie sind bis zu 5 mm lang, gelblich weiß und behaart.
Bei ungünstigem Mikroklima kann sich die Entwicklung auf 2 – 3 Jahre verlangsamen.
Ist das Mikroklima optimal, kann sich eine Käfer - Population in jeder Woche verdoppeln.

Schäden
Der Schaden entsteht nur durch die Fraßtätigkeit der Larven. Es können alle Getreidearten, Erbsen, Mais, Reis, pflanzliche Rückstände der Ölgewinnung, Erdnüsse, Trockenmilch und –Fleisch, Fischmehl von ihnen befallen werden. Das befallene Getreide riecht muffig. Die Körner werden von innen und außen angefressen. Das Nahrungssubstrat wird durch die Ausscheidungen und Larvenhäute stark verunreinigt, und muß daher vernichtet werden.

Bekämpfung:
Prophylaxe ist wichtig. Das Lagergut sollte regelmäßig kontrolliert werden und trocken gelagert werden. Bekämpfung siehe Mehlkäfer.

Schaben - Kakerlaken, Schwaben usw. - Blattaria


Amerikanische Schabe
Periplaneta americana
Braunbandschabe (Möbelschabe) Supella longipalpa
Deutsche Schabe Blattella germanica
Orientalische Schabe Blatta orientalis

Schaben allgemein


Vorkommen
Schaben sind weltweit verbreitet. Sie sind wärmeliebend und aus diesem Grund in unserer Klimazone hauptsächlich in warmen Gebäuden und Einrichtungen, aber auch in Haushalten zu finden. Sie treten in Saunen, Schwimmhallen, Großküchen, Restaurants oder Einkaufszentren auf. Da sie wegen der Umweltbedingungen auch in Krankenhäusern auftreten, gehören sie zu den Gesundheitsschädlingen.

Auftreten
Sie treten ganzjährig auf. Sie haben einen großen Wärmebedarf und überleben aus diesem Grund nur in südlichen Breiten im Freien. Zentralheizungen in den Gebäuden bieten ihnen ideale Bedingungen.

Aussehen
Die vier Schabenarten, die vor allem bei uns vorkommen, sind äußerlich gut zu unterscheiden, sie sind unterschiedlich groß und haben auch voneinander abweichende Farben. Ihre Körper sind sehr flach. Charakteristisch für alle Arten sind die meist mehr als körperlangen Fühler. Durch diese Fühler sind sie eindeutig als Schaben zu erkennen. Die voll entwickelten Adulte haben Flügel, können aber nicht immer fliegen.
Aus den Eiern, die von den Weibchen in Paketen (Eipaket) abgelegt werden, entwickelt sich in mehreren Larvenstadien die neue Generation von Schädlingen. Jedes Larvenstadium wird etwas größer und sieht dem ausgewachsenen Tier ähnlich. Sie haben allerdings noch keine Flügel.

Ernährung
Schaben sind Allesfresser. Sie gehen an alles Eßbare, Abfälle und Vorräte. Auch Tierfutter, Textilien oder Papier ist vor ihnen nicht sicher. Sie dringen sogar in Kunststoffverpackungen ein.

Lebensweise
Schaben sind lichtscheu. Sie halten sich tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, in Leitungsschächten von Heizungsanlagen und Abluftschächten auf. Sie sind in Großküchen hinter Geräteverkleidungen, in Bäckereien in der Nähe von Backöfen, in den Motoren von Kühl- und Klimaanlagen zu finden.

Schäden
Sie sind Überträger von Krankheitserregern!
Da Schaben Allesfresser sind, werden die von ihnen befallenen Lebensmittel unbrauchbar, in Geweben hinterlassen sie durch ihre Fraßtätigkeit Löcher, selbst vor Schaumgummi machen sie nicht halt.
In Krankenhäusern können sie der Erreger von Milzbrand, Pilzerkrankungen, Typhus, Tuberkulose, Salmonellosen oder Shigellosen auf die Patienten übertragen. Zum Krankheitsbild des sogenannten „infektiösen Hospitalismus“ können z. B. frisch operierte Patienten durch Erreger erkranken, die nur im Krankenhaus vorkommen.
Nicht zu vergessen ist die ekelerregende Wirkung auf den Menschen, wenn sie z.B. über das Gesicht oder den Körper laufen oder man auf Schaben tritt.

Bekämpfung
Als Prophylaxe wird empfohlen, die Räume kühl und trocken zu halten, da dieses Klima den Schaben nicht zusagt. Ferner sollten alle Ritzen und Fugen, hinter denen sie sich verstecken können, abgedichtet werden. Es muß regelmäßig gesäubert werden und es sollten keine Nahrungsreste oder Abfälle offen stehen gelassen werden.
Chemische Bekämpfung ist nur durch den Fachmann ausführen zu lassen. Es stehen verschieden wirksame Insektizide und Ködermittel zur Verfügung.

Amerikanische Schabe Periplaneta americana

Vorkommen
Sie ist vorzugsweise in Räumlichkeiten zu finden, in denen ausreichende Wärme und Feuchtigkeit vorhanden sind. Da sie aus subtropischen Breiten stammt, kommt sie bei uns meist nur in Gewächshäusern vor, da dort die Umweltbedingungen optimal sind.

Auftreten
Sie treten ganzjährig auf.

Aussehen
Die amerikanische Schabe ist von den bei uns eingebürgerten Schaben die größte. Sie hat eine Länge von 26 – 40 mm. Ihre Farbe ist rotbraun. Der Halsschild hat zwei dunkle Flecken. Durch die mehr als körperlangen Antennen sind sie als Schaben zu erkennen. Sie haben Flügel und können auch fliegen.

Ernährung
Schaben sind Allesfresser. Sie ernähren sich von Nahrungsmitteln, aber auch Gewebe, Papier oder Leder ist vor ihnen nicht sicher.

Lebensweise
Sie leben tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, Leitungsschächten von Heizungsanlagen und Abluftschächten. Das Eipaket wird nach der Ablage mit Substratteilchen abgedeckt. Die Larven schlüpfen bei guten Klimaverhältnissen in den Räumen (24 ° C und 80 % relat. Luftfeuchte) nach etwa 57 Tagen. Bis zum ausgereiften Tier benötigen sie bis zu 3 Jahre. Die erwachsenen Weibchen leben bis zu 440 Tagen.

Schäden und Bekämpfung
Siehe Schaben allgemein

Braunbandschabe (Möbelschabe) Supella longipalpa

Vorkommen
Diese Schabenart stammt ursprünglich aus Afrika. Heute kommt sie weltweit vor.

Auftreten
Sie tritt ganzjährig auf, und hält sich vorzugsweise in Häusern mit optimalem Mikroklima auf.

Aussehen
Sie ist 10 – 14 mm lang und somit die kleinste der bei uns auftretenden Schabenarten.
Ihre Farbe ist rotgelb bis rotbraun und sie kann fliegen.

Ernährung
Siehe andere Schabenarten

Lebensweise
Die Braunbandschaben benötigen ebenso wie die vorgenannte Schabe ein gleichmäßig warmes und feuchtes Raumklima. Große Schwankungen im Kleinklima vertragen sie weniger gut. Die Eipakete werden von den Weibchen 21 Tage nach der letzten Häutung in Möbelritzen o. ä. angekittet. Bei Temperaturen von 24 ° C entwickelt sich die Larve in etwa 80 Tagen. Die Häutung zum voll ausgebildeten Tier beträgt bei einer Temperatur von 24 ° C 161 Tage. Die Entwicklung ist sehr temperaturabhängig. Da pro Eipaket nur 6 Larven schlüpfen hat sie die geringste Nachkommenschaft der bei uns vorkommenden Arten.

Schäden und Bekämpfung
Siehe Schaben allgemein

Deutsche Schabe Blattella germanica

Vorkommen
Die Deutsche Schabe kommt überall vor.

Auftreten
Sie ist in Wohnungen, aber auch in Restaurants, Großküchen, Krankenhäusern anzutreffen. Sie ist ein sehr schnelles Insekt und kann über glatte, senkrechte Flächen laufen. Sie ist nachtaktiv. Kann man sie auch am Tag sehen, ist das ein deutliches Zeichen von einem starken Schabenbefall.

Aussehen
Die Deutsche Schabe ist 11 - 14 mm lang. Ihr Körper ist ebenfalls sehr flach, so daß sie sich im kleinsten Spalt verstecken kann. Ihre Farbe ist lehmfarben bis dunkelbraun. Ihre Flügel ragen über den Hinterleib hinaus. An ihren überlangen Fühlern ist sie ebenfalls als Schabe zu identifizieren.

Ernährung
Sie ernähren sich wie alle vorgenannten Schaben von Nahrungsmitteln und Abfällen bis hin zu Papier. Auch Holzgegenstände, Bücher, Verpackungsmaterial, Textilien, sogar Rohrleitungen und Kabel werden von ihnen befallen.

Lebensweise
Die Weibchen tragen ihre Eipakete etwa 4 Wochen am Körper. Die Larven schlüpfen gleich nach dem Abwerfen der Eipakete. Die Jungtiere entwickeln sich nach mehreren Häutungen in 2 – 3 Monaten zum geschlechtsreifen Insekt.

Schäden und Bekämpfung
Siehe Schaben allgemein

Orientalische Schabe - Küchenschabe - Blatta orientalis

Vorkommen
Auch die Orientalische Schabe ist weltweit verbreitet.

Auftreten
Die orientalische Schabe ist kein eigentliches Nachttier, wie die vorgenannten. Sie ist in den Abendstunden und frühen Morgenstunden aktiv. Sie tritt hauptsächlich an dunklen und feuchten Stellen, an denen Wasser steht, auf. Sie ist schwerfällig und kann nicht fliegen.

Aussehen
Die orientalische Schabe wird zwischen 21 und 28 mm lang. Sie hat einen breiten Körper und ihre Farbe variiert zwischen den Farben kastanienbraun, schwarzbraun bis schwarz. Die Flügel sind sehr kurz, etwa 2/3 des Hinterleibs.

Ernährung
Ihre Ernährung ist ähnlich der Deutschen Schabe, nur daß bei ihr die stärkehaltigen Materialien überwiegen.

Lebensweise
Das Weibchen legt die Eipakete an einem versteckten, warmen Ort ab. Bis sich die Larven entwickelt haben, vergehen etwa 2 Monate. Bis zum Erreichen des erwachsenen Stadiums vergehen bei optimalen Temperaturen (25 ° C) nach 7 – 8 Häutungen zwischen 270 – 540 Tage. Liegen die Raumtemperaturen darüber oder darunter, beschleunigt bzw. verlängert sich die Larvenentwicklung.

Schäden und Bekämpfung
Siehe Schaben allgemein

 

Motten Tineidae


Kakaomotte Ephestia elutella
Kleidermotte Tineola bisselliella
Kupferrote Dörrobstmotte Plodia interpunctella
Mehlmotte Ephestia kuehniella

Motten gehören zu den Schmetterlingsarten und kommen somit weltweit in den unterschiedlichsten Arten vor.

Kakaomotte Speichermotte Ephestia elutella

Vorkommen
Sie kommt zwar weltweit vor, tritt in Europa aber nur im Inneren von Gebäuden, meist Lagerhäuser der Lebensmittelindustrie auf.

Auftreten
Sie ist an unterschiedlichen Orten anzutreffen. So ist sie z.B. in Schokoladenproduktionsstätten, aber auch an Dörrgemüse- und Obst, Sämereien und Mehlerzeugnissen zu finden.

Aussehen
Der Falter hat eine Flügelspannweite von 14– 19 mm. Der Falter selbst ist 8 – 11 mm lang. Die Vorderflügel sind braungrau oder blaugrau, leicht glänzend mit Querbinden, kaum gezackt und dunkel gesäumt. Die Hinterflügel sind weißgrau.

Ernährung
Die Raupen der Kakaomotte bevorzugen getrocknete Produkte oder Waren und besiedeln vorwiegend den Oberflächenbereich der Samen. Im Produktionsbereich der Schokoladenwaren Herstellung richten sie großen Schaden an. Sie befallen Schokolade, Nüsse und Kakao. In den Getreidelagern wird das Getreide und Samen aber auch Heu oder Stroh befallen.

Lebensweise
Die Eier werden vom Weibchen auf die Oberfläche der Getreidekörner, auf Sackgewebe, auf die Oberflächen von Stein oder Holz abgelegt. Die Entwicklung dauert ca. 2 Monate. Die Raupe überwintert. Sie hat sich in einen Kokon eingesponnen. Die Puppe lagert in Ritzen o.ä. Der Falter fliegt in den Monaten Mai bis September. In einem Jahr entwickeln sich 2 Generationen.

Schäden
Das Nahrungssubstrat der Raupen wird stark versponnen. Dadurch sind die befallenen Produkte ungenießbar und müssen vernichtet werden. Die Gespinste der Puppen verstopfen Förderleitungen und Mahlgänge.

Bekämpfung
Vorbeugender Schutz – Fliegengaze vor den Fenstern anbringen. Nahrungsmittel vor dem Einlagern gründlich durchsehen und Nahrung nur kurzfristig lagern. Nahrungsmittel wenn möglich bei – 10 ° C für einige Tage lagern oder für 1 Stunde auf 60 ° C erhitzen. Lagerung bei 15 ° C. Schmetterlinge vernichten.
Chemischer Schutz - Nur vom Fachmann ausführen lassen, da dieser die Produkte für die Bekämpfung am besten kennt.

Kleidermotte Tineola bisselliella

Vorkommen
Die Kleidermotte kommt weltweit und ganzjährig vor.

Auftreten
Sie ist ein großer Schädling. Im Haushalt befällt sie Teppiche, Polstermöbel und Wollbekleidung; in Teppichwebereien oder Rohwollelagern die vorhandenen Lagerbestände.

Aussehen
Der Körper und die Vorderflügel der Kleidermotte sind strohgelb, die Hinterflügel sind graugelb gefärbt und mit Fransen am Hinterrand. Der Schmetterling ist etwa 9 mm lang. Die Spannweite der Flügel beträgt etwa 12 – 16 mm.

Ernährung
Die Larven beginnen sofort nach dem Schlüpfen zu fressen. Sie benagen oder durchlöchern keratinhaltige tierische Stoffe und Garne (Kleidung, Polstermöbel, Teppiche). Auch Kunstseide oder synthetisches Gewebe wird von ihnen zerstört.

Lebensweise
Nach etwa 2 Wochen schlüpfen aus den einzeln abgelegten Eiern die gelblichen Larven. Sie entwickeln sich bei einem Raumklima von etwa 25 ° C innerhalb 3 Monaten zum voll ausgebildeten Schmetterling. In beheizten Gebäuden sind die Umgebungstemperaturen und das Nahrungsangebot optimal, dadurch können sich neue Generationen ohne Unterbrechung entwickeln. Die Raupen können längere Zeit ohne Nahrung auskommen. Für die Kokons des Puppenstadiums wird jedes Fasermaterial verwendet, das zur Verfügung steht.

Schäden
Wenn der Mottenbefall nicht entdeckt wird, richten die Kleidermotten in den Wohnräumen erhebliche Schäden an Kleidung, Teppichen oder Polstermöbeln an.

Bekämpfung
Vorbeugender Schutz – Ausklopfen der Teppiche, Polstermöbel, Matratzen und Kleidung. Textilien direkter Sonneneinstrahlung aussetzen und in dichte Plastikhüllen verpacken. Für trockene Luft in Kleiderschränken sorgen und öfter kontrollieren. Insektizidstreifen im Kleiderschrank aufhängen. Bei starkem Auftreten durch den Fachmann bekämpfen lassen.

Kupferrote Dörrobstmotte Plodia interpunctella

Vorkommen
Die kupferrote Dörrobstmotte befällt Mehlprodukte, Dörrobst, Getreide, Nüsse, aber auch Kakaoprodukte.

Auftreten
Sie tritt weltweit und tritt in unseren Breiten in Gebäuden ganzjährig auf.

Aussehen
Dieser Falter ist etwa 7 – 10 mm lang. Er hat eine Flügelspannweite von 16 – 25 mm.
Die Vorderflügel sind deutlich blaugrau, braungrau gebändert bzw. kupferrot gemustert. Die hinteren, breiteren Flügel sind gleichmäßig hellgrau gefärbt.

Ernährung
Aus den Eiern entwickelt sich bei günstigen Raumverhältnissen in etwa 3 – 4 Tagen die Raupe, die sich von Trockenfrüchten, Erdnüssen, Mandeln, Nüssen, Schokolade oder trockenen Kräutern, Sämereien ernährt.

Lebensweise
Die Raupen benötigen bei optimalem Klima und hochwertigem Nahrungsangebot ca. 4 Wochen für ihre Entwicklung. Auch das Puppenstadium wird vom optimalen Raumklima bestimmt. Bei niedrigen Temperaturen und Nahrungsmangel kann sich die Entwicklung auch über viele Monate hinziehen. Der ausgeschlüpfte Falter nimmt keine Nahrung mehr auf. Er überlebt bei 30 ° C etwa 5 – 6 Tage.

Schäden und Bekämpfung
Siehe Kakaomotte

Mehlmotte Ephestia kuehniella

Vorkommen
Die Mehlmotte tritt weltweit auf.

Auftreten
Diese Falterart tritt, wie schon ihr Name besagt, in Getreidemühlen, aber auch in unseren Haushalten auf.

Aussehen
Der Falter ist 10 – 14 mm lang. Die Flügelspannweite beträgt – 22 mm. Die Vorderflügel haben einen blaugrauen oder rötlichgrauen Grundton. Die zickzackförmigen Querbinden auf den Flügeldecken sind innen dunkel und außen hell gefärbt. Die Hinterflügel sind hellgrau.

Ernährung
Das Weibchen legt die Eier im Nahrungssubstrat ab. Die Raupen befallen alle Getreideprodukte, Backwaren, Schokolade, Trockenobst, Sämereien, Erdnüsse, Kakaobohnen und fressen sich bis zur Verpuppung durch.

Lebensweise
Im Nahrungssubstrat entwickeln sich nach 4 – 5 Häutungen aus den Larven bei optimalen Raumtemperaturen (zwischen 18 – 20 ° C) die Falter in etwa 3 Monaten. Der lichtscheue Falter fliegt bei Einbruch der Dunkelheit. Die Weiterverbreitung der Eier, Raupen oder Puppen erfolgt meist durch Verschleppen mit dem Warengut an Säcken bzw. Verpackungsmaterial.

Schäden
In den Getreideverarbeitungsbetrieben zerfressen die Raupen die Gazesiebe. Die Gespinste der Puppen verstopfen die Mühlen und Förderleitung. In den Bäckereien und Teigwarenfabriken wird am Mehl bzw. Getreideprodukten oftmals großer Schaden angerichtet.

Bekämpfung
Vorbeugender Schutz – Nahrungsmittel nach dem Einkauf sofort kontrollieren, Mehl
durchsieben und in fest verschließbaren Behältern aufbewahren. Keine langen Aufbewahrungsfristen. Kleinere befallene Mengen für mindestens 3 Tage bei – 11 ° C aufbewahren. Chemischen Schutz nur vom Fachmann ausführen lassen.

Hausmaus Mus musculus

Vorkommen
Die Hausmaus kommt weltweit vor.

Auftreten
Diese kleinen Nager treten auf Müllplätzen, in Lagerräumen, auf Dachböden oder in der Nähe von Ställen auf. Sie sind also im Freiland und in Gebäuden anzutreffen.

Aussehen
Die Hausmaus mißt vom Kopf bis zum Rumpf etwa 90 mm. Der Schwanz ist ungefähr genauso lang. Ihre Farbe ist dunkel schiefergrau, die Bauchseite kann leicht aufgehellt sein.

Ernährung
Die Hausmaus ernährt sich von Abfällen, Produkten von pflanzlicher oder tierischer Herkunft oder von Insekten. Sie ist ein Allesfresser.

Lebensweise
Die Maus ist in der Stadt und auf dem Lande anzutreffen. Sie hat ihr Revier in Lagerhäusern genauso wie in Wohnhäusern, Lagerräumen und Wirtschaftsgebäuden, alten Häusern aber auch in Kühlhäusern. Sie ist in der Dämmerung und Dunkelheit aktiv. Ihr Revier kennzeichnet sie mit ihrem „Duft“, der Urinabgabe. Ein Weibchen wirft 4 – 6 mal im Jahr 4 – 8 Junge. Die Weibchen werden innerhalb 42 Tagen geschlechtsreif.

Schäden
Die Hausmaus richtet durch ihre Fraßtätigkeit nicht nur an Nahrungs- und Futtermitteln Schäden an, sondern zerstört auch Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände. So kann sie auch an wertvollen Materialien Schäden anrichten. Urin- und Kotabgabe in Futter- bzw. Nahrungsmitteln führen dazu, daß das verunreinigte Gut vernichtet werden muß.

Bekämpfung
Als vorbeugender Schutz ist zu empfehlen, Nahrungs- und Futtermittel nicht offen stehen lassen, sondern in fest verschließbare Behälter geben. Abfälle in die dafür vorgesehenen Behälter geben. Ritzen und Öffnungen, die zu ebener Erde auftreten, verschließen, bzw. mit feinmaschigen Metallgittern versehen. Mausefallen entlang den Wänden aufstellen.
Bei hartnäckigem Befall ist eine Bekämpfung durch den Fachmann ausführen zu lassen.

Wanderratte Kanalratte Rattus norwegicus

Vorkommen
Die Wanderratte ist heute über die ganze Welt verbreitet.

Auftreten
Sie treten in Gebäuden, hauptsächlich in Kellerräumen, in Abwassersystemen, aber auch im Freien ganzjährig auf. Im Freiland sind sie besonders an Uferdämmen oder Deichen schädlich, da sie dort durch ihre Wühltätigkeit besonders großen Schaden anrichten können.

Aussehen
Die Wanderrate wird bis zu 27 cm groß, der Schwanz ist etwa 20 cm lang und nackt. Ihre Farbe ist auf dem Rücken graubraun – rötlich, die Bauchseite ist hellgrau.

Ernährung
Ratten sind Allesfresser. Sie ernähren sich von Abfällen auf Müllhalden, in den Abwasserläufen, aber auch von Nahrungs- und Futtermitteln. Getreide, Fleisch, Fisch oder Sämereien sind vor ihnen nicht sicher. Sie brauchen zum Leben genügend Nahrung und Wasser.

Lebensweise
Ratten leben in Rudeln, die aus mehr als hundert Tieren bestehen können. Sie haben eine ausgeprägte soziale Organisation. Die Geschlechtsreife wird in etwa 3 – 5 Monaten erreicht. Nach einer Tragzeit von 22 – 24 Tagen wirft das Weibchen zwischen 5 und 20 Junge. Durch die kurze Zeit bis zur Geschlechtsreife kann ein Rattenpaar in einem Jahr bei günstigen Umweltbedingungen bis zu 150 Nachkommen haben. Ihr Revier kennzeichnen sie durch „Duftmarken“ (Urinabgabe). Es wird gegenüber fremden Eindringlingen (Ratten aus anderen Verbänden) verteidigt.

Schäden
Die Schäden, die von den Wanderratten verursacht werden, sind sehr groß. Sie fressen nicht nur große Mengen an Nahrungs- und Futtermitteln, durch die Verunreinigungen durch Kot und Urin werden diese Materialien auch ungenießbar und müssen vernichtet werden.
Außerdem gehören sie mit zu den größten Krankheitsüberträgern für den Menschen und seine Nutztiere. Sie verschleppen die Erreger gefährlicher Infektionskrankheiten. Dazu gehören u.a. Typhus, Tuberkulose, Milzbrand oder Maul- und Klauenseuche. Außerdem dienen sie als Wirt für Parasiten, z.B. Trichinen - oder Bakterien wie den Pest - Erreger.

Bekämpfung
Vorbeugende und bekämpfende Maßnahmen siehe unter Hausmaus.

 

Wanzen Heteroptera


Plattwanze Cimicidae
Bettwanze Cimex lectularius
Kotwanze Reduvius personatus
rotbeinige Baumwanze Pentatoma rufipes

Plattwanze Cimicidae

Alle nachfolgend aufgeführten Arten der Wanzen gehören zu den Plattwanzen. Sie sind Blutsauger

Bettwanze Tapetenflunder Cimex lectularius

Vorkommen
Die Bettwanze lebt tagsüber in dunklen Bereichen. Sie hält sich in Leitungsrohren, hinter Bildern oder Bodenleisten, losen Tapeten, Matratzen oder Ritzen verborgen.

Auftreten
Sie treten ganzjährig und weltweit auf.

Aussehen
Die Larven und erwachsenen Tiere (Adulte) haben keine Flügel. Sie sind etwa 5 – 8 mm groß. Ihre Farbe ist rotbraun. Ihr Körper ist abgeplattet.

Ernährung
Jedes der Entwicklungsstadien der Wanzen saugt beim Menschen, aber auch bei vielen
Haustieren Blut.

Lebensweise
Die Bettwanzen vertragen Kälte, sie kommen aber auch wochenlang ohne Nahrung aus. Sie können sich daher auch in leer stehenden Wohnungen in ihren Verstecken aufhalten und bei Neubezug der Wohnung die neuen Mieter befallen. Sie werden durch die Körperwärme des Wirtes angelockt. Sie saugen etwa 10 Minuten Blut – bis zum Siebenfachen ihres eigenen Gewichtes. Nach der Blutmahlzeit findet die Paarung in ihren Verstecken statt. Die Weibchen legen täglich bis zu 12 Eier, insgesamt bis zu 400 Stück, ab. Liegen die Raumtemperaturen unter 10 ° C werden keine Eier abgelegt. Bei günstigen Temperaturen, die zwischen 18 – 28 ° C liegen, entwickeln sich über 5 Häutungen in ca. 30 – 35 Tagen die neuen Geschlechtstiere. Sie sind dann für ca. 1 Jahr lebensfähig.

Schäden
Die Bettwanzen verunreinigen durch ihren schwarzen klebrigen Kot Bettzeug, Mobiliar und Tapeten. Daß sie Krankheitserreger übertragen, ist nicht bekannt. Durch ihre Stiche und den dadurch auftretenden Juckreiz können sie jedoch bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen.

Bekämpfung
Mögliche Verstecke (lose Tapeten, Scheuerleisten) abdichten. Eine chemische Behandlung ist nur durch einen Fachbetrieb ausführen zu lassen.

Kotwanze Reduvius personatus

Vorkommen
Die Kotwanze kommt in der Nähe von Latrinen, auf dem Boden, in Vorratsschuppen vor.

Auftreten
Sie tritt vorwiegende im Sommer und Herbst auf.

Aussehen
Die Kotwanze hat Flügel und kann fliegen. Ihre Farbe ist dunkelbraun – schwarz. Die ausgewachsenen Insekten sind bis zu 18 mm lang.

Ernährung
Sie gehören zu den Raubwanzen, und saugen andere Insekten, dazu gehören auch die Bettwanzen, aus.

Lebensweise
Die Eiablage der weiblichen Insekten erfolgt planlos im Detritus. Für das gesamte Entwicklungsstadium wird etwa 1 Jahr benötigt. Bei uns überwintert meist das 4. Larvenstadium.

Schäden
Materialschäden werden von diesen Wanzen nicht verursacht. Der Stich, der bei versehentlicher Berührung erfolgt, ist sehr schmerzhaft. Er kann infolge von bakterieller Superinfektion (Vorkommen in der Nähe von Latrinen) zu Blutvergiftung führen.

Bekämpfung
Der Mensch wird von den Wanzen selbst nicht befallen. Wenn die Räume sauber gehalten werden und Hausinsekten beseitigt werden, entzieht man den Kotwanzen die Nahrung und sie wandern aus.

rotbeinige Baumwanze Pentatoma rufipes

Vorkommen
Die rotbeinige Baumwanze lebt hauptsächlich in Wäldern oder Gärten auf verschiedenen Holzarten (Eiche, Birke, Erle).

Auftreten
Sie ist in Europa, Nord- und Kleinasien verbreitet.

Aussehen
Dieses Insekt ist etwa 13 – 16 mm lang. Die Farbe ist goldbraun – schwarz. Die Larven sind gelb gefärbt und haben dunkle Flecke.

Ernährung
Sie ernähren sich von toten Insekten und Raupen, die sie aussaugen.

Lebensweise
Vom Weibchen werden die Eier im August abgelegt. Die Larven überwintern.

Schäden
Menschen werden von dieser Wanzenart nicht befallen.

Bekämpfung
Eine Bekämpfung ist nicht erforderlich. Falls sich einmal ein solches Insekt in die Wohnung verirrt haben sollte, reicht es aus, es wieder an die frische Luft zu setzen.

 

Vorratsschädlinge


Amerikanischer Reismehlkäfer Tribolium confusum

Vorkommen
Der amerikanische Reismehlkäfer ist einer der häufigsten Mehlschädlinge. Er kommt hauptsächlich in Lagerstätten von Lebens- und Futtermitteln bzw. Mühlen vor.

Auftreten
Er tritt weltweit und ganzjährig auf.

Aussehen
Dieser Käfer ist etwa 2,6 bis 4,5 mm lang. Seine Farbe ist hell – kastanienbraun.
Kopf- und Halsschild sind etwas dunkler als die Flügeldecken gefärbt. Er hat eine längliche Form, aber keinen Rüssel. Er kann fliegen!

Ernährung
Er ernährt sich von Getreide bzw. Getreideprodukten. Er ist kein reiner Pflanzenfresser. Er ernährt sich ebenso von Eiern und Puppen der eigenen Art, von kranken oder schwachen Raupen der Mehlmotte und anderen Insekten. Zu seiner Nahrung gehört aber auch Schokolade, Dörrgemüse, Heilkräuter und Gewürze. Er ist in Naturkunde - Sammlungen ebenso zu finden wie in Bienenstöcken.

Lebensweise
Der amerikanische Reisemehlkäfer ist lichtscheu. Das Insekt lebt etwa 3 Jahre. Während dieser Zeit legt ein Weibchen mehrere hundert Eier ab. Die Larven bohren Löcher in das Nahrungssubstrat und verpuppen sich dann. Imago und Larve nehmen die gleiche Nahrung zu sich.

Schäden
Durch die Fraßtätigkeit der Larven und Imagines werden erhebliche Schäden an Nahrungs- und Futtermitteln verursacht. Durch die übelriechenden Ausscheidungen der speziellen Abwehrdrüsen werden die Schäden an den befallenen Produkten noch vergrößert.

Bekämpfung:
Als Vorbeugung ist regelmäßige Reinigung der Lagerstätten und kühle Lagerung der Lebensmittel in dichten Behältern zu empfehlen. Befallene Nahrungsmittel müssen vernichtet werden. Chemische Behandlung ist nur durch einen Fachmann ausführen zu lassen.

 

Rüsselkäfer Curculionidae

Kornkäfer Sitophillus granarius
Reiskäfer Sitophillus oryzae

Kornkäfer Sitophillus granarius

Vorkommen
Der Kornkäfer gehört zu den gefährlichsten Vorratsschädlingen. Er befällt eingelagerte Getreideprodukte.
Auch in Wohnungen ist er manchmal zu finden. Wenn diese z. B. neben Speichern liegen, können die Käfer abgewandert sein.

Auftreten
Er tritt weltweit und ganzjährig auf.

Aussehen
Der Kornkäfer ist an dem zu einem etwa 1,5 mm langen Rüssel ausgezogenen Kopf leicht zu erkennen. Die Flügel haben eine glänzende dunkelbraune – schwarze Farbe ohne Flecken. Der Halsschild ist auf der ganzen Fläche von länglichen Einstichen punktiert. Die Käfer sind länglich, schmal und können nicht fliegen. Sie haben eine Länge von 2,5 mm bis max. 5,1 mm. Die Larven sind dick und weißlich. Sie werden etwa 2,3 mm lang und haben keine Beine. Die Puppe, die sich daraus entwickelt hat die Gestalt des Käfers.

Ernährung
Wie schon der Name sagt, ernährt sich der Käfer von Mehl bzw. Körnern. Die Larve ernährt sich von Weizen bzw. anderen Getreidearten wie Roggen und Gerste. Aber auch in Reis und Mais, Hirse, Eicheln und Eßkastanien sowie Sonnenblumensamen und Teigwaren sind sie zu finden. Im Mehl kommen die Larven nicht vor.

Lebensweise
Es werden in den Getreidelagern nur innere Körnerlagen befallen. Das Weibchen bohrt mit seinem Rüssel ein tiefes Loch ins Korn und legt dort jeweils ein Ei ab. Da das Weibchen das Loch wieder verschließt, kann ein Befall nur durch Umschaufeln des Getreides bzw. nach einer Behandlung mit einem speziellen Farbstoff sichtbar gemacht werden. Die Larve verbleibt nach dem Schlüpfen im Korn. Die Körner werden bis zur Verpuppung von den Larven völlig aufgefressen. Die Larven sind lichtscheu und haben keine Füße. Erst der voll entwickelte Käfer nagt sich wieder ins Freie. Er hinterläßt im Korn ein großes rundliches Loch mit einem unregelmäßigen Rand. Da er verhältnismäßig kälteresistent ist, können sich im Laufe eines Jahres von vier bis 6 Generationen entwickeln.

Schäden
Die Schäden, die durch den Kornkäfer angerichtet werden, können sehr groß sein. Das befallene Getreide wird durch den Käferbefall stark erwärmt. Es wirkt pappig und riecht muffig. Durch die hohe Feuchtigkeit kommt es zu Pilz- und Bakterienwachstum und die dadurch bedingten Folgeschäden. Das befallene Getreide kann völlig vernichtet werden. In Haushalten richtet er selten Schäden an, evtl. an Reis oder an Getreide, das zu Futterzwecken gelagert wird.

Bekämpfung
Eine Bekämpfung des Kornkäfers ist nur durch den Fachmann möglich. Vorbeugende Maßnahmen bestehen darin, die Nahrungs- und Futtermittel nur über kurze Zeit zu lagern. Während der Einlagerung und der Aufbewahrung ständig auf Befall kontrollieren.. Das Lagergut an trockenen Orten zu lagern und vorher die Lagerprodukte austrocknen (Getreide unter einer Feuchtigkeit von 12 %).

Reiskäfer Sitophillus oryzae

Vorkommen
Er kommt in unseren Breiten in Gebäuden vor. In den Tropen ist er ein Vorrats- und Freilandschädling.

Auftreten
Er tritt weltweit auf. Er ist zwar aus wärmeren Ländern eingeschleppt worden, hat sich aber in letzter Zeit an unsere klimatischen Verhältnisse gewöhnt.

Aussehen
Der Reiskäfer ist ein enger Verwandter des Kornkäfers und sieht ihm daher sehr ähnlich. Er wird etwa 2,2 mm bis 3,5 mm groß. Seine Flügeldecken sind heller und weisen jeweils 2 rötliche Flecken an der Schulter und den Spitzen auf.

Ernährung
Der Reiskäfer ernährt sich vom Getreide und dessen Produkten, aber auch von Mais, Reis, Teigwaren, Bohnen, Erbsen und Cashewnüssen, Buchweizen, Edelkastanien oder Baumwollsamen. Der ausgewachsene Käfer frißt aber auch Weißbrot, Dauergebäck, Mehl oder Tabak.
Ein wichtiger Unterschied zum Kornkäfer besteht darin, daß der Reiskäfer fliegen kann, und somit nicht auf das Verschleppen angewiesen ist. Er kann sich selbständig seine Nahrungsquellen suchen.

Lebensweise
Vom Weibchen werden ähnlich wie beim Kornkäfer die Eier abgelegt. Nur das es hier zwischen 300 – 500 Eier sind. Auch die weitere Entwicklung gleicht der des Kornkäfers.

Schäden / Bekämpfung
Schadbild und Bekämpfungsmaßnahmen sind dem oben angeführten Kornkäfer zu entnehmen.

 

Bienen Apidae


Honigbienen Apis mellifera

Bienen sind keine Schädlinge. Sie gehören zu den Nützlingen und werden daher nicht bekämpft.

Vorkommen
Die Honigbiene ist ein staatenbildendes Insekt. Sie wird vom Menschen in Bienenständen oder –Wagen gehalten. Ausgewilderte Bienen (entflohene Bienenvölker) können in schadhaften Wänden einen neuen Staat bilden.

Auftreten
Die Bienen fliegen nur in der warmen Jahreszeit. Also vom Frühjahr bis zum Herbst. Sie überwintern in ihren Bienenständen.

Aussehen
Die Bienen, die wir sehen, sind meist Arbeiterinnen. Sie sind etwa 13 – 15 mm groß und dunkelbraun gefärbt. Ihr Körper weist viele mittelbraune Haare auf, die wichtig für die Pollenaufnahme sind. Sie haben dünnhäutige Flügel. Am Hinterleib sitzt der Stachel. Diesen setzen sie nur ein, wenn sie angegriffen werden.

Ernährung
Sie ernähren sich und ihre Brut von Blütenpollen und Nektar.

Schäden
Materialschäden werden von ihnen nicht angerichtet. Um Bienenstichen vorzubeugen, sollte man in der Nähe von Bienenständen oder –Körben schnelle Bewegungen vermeiden. Allergiker sollten nach Bienenstichen den Arzt aufsuchen.

Bekämpfung
Da die Bienen zu den Nützlingen gehören, ist eine Bekämpfung nicht erforderlich. Bei einem geflüchteten Bienenstaat sollte ein Imker benachrichtigt werden, der den Staat wieder einfängt und an einem neuen Standort ausbringt.

 

Soziale Faltenwespen Vespidae

Nachfolgend aufgeführten Arten sind die am meisten auftretenden Wespen in Deutschland. Alle Arten unterliegen dem allgemeinen Artenschutz nach § 20 d des Bundesnaturschutzgesetzes, (BNatSchG), wobei die Hornisse besonders geschützt ist (§ 20 f). Verschiedene Arten sind in einzelnen Bundesländern stark gefährdet (Rote Liste).

Hornissen Vespa Crabro
Mittlere Wespe Dolichovespula media
Sächsische Wespe Dolichovespula saxonia
Waldwespe Dolichovespula sylvestris
Norwegische Wespe Dolichovespula norwegica
Rote Wespe Vespula rufa
Deutsche Wespe Paravespula germanica
Gallische Feldwespe Polistes dominulus
Gemeine Wespe Paravespula vulgaris

Hornissen Vespa Crabro

Vorkommen
Auch die Hornissen gehören zu den staatenbildenden Insekten. Sie bauen ihre Nester in unseren Breiten meist im Freiland in hohle Bäume in Laubwäldern. Selten sind sie auf Dachböden an verbautem Holz oder in Hohlräumen des Mauerwerkes zu finden.

Auftreten
Die Hornissen fliegen nur während der warmen Jahreszeit. Hier sind es wieder die Arbeiterinnen, die Nahrung für die Brut sammeln. Die Königin überwintert aber.

Aussehen
Sie ist die größte, in Mitteleuropa lebende Wespenart. Die Arbeiterinnen sind 18 – 25 mm groß, die Königin 25 – 35 mm. Kopf und Thorax weisen eine mehr oder weniger rötliche Färbung auf. Das Bruststück ist dunkelbraun und weist keine Gelbfärbung auf. Der Hinterleib hat die typische schwarz – gelb Färbung der Wespen.

Ernährung
Die Hauptnahrung der Hornissen sind Fliegen und andere Insekten, die sie fangen. Sie benötigen für die Aufzucht der Brut eiweißhaltige Nahrung. Man kann sie aber auch auf Blüten beobachten, wo sie Nektar sammeln.

Lebensweise
Ein einzelnes befruchtetes Weibchen beginnt im Frühjahr ein Nest anzulegen. Es hat in einem geeigneten Schlupfwinkel überwintert. Das Nest ist sehr klein und hat nur einige Zellen, in die sie jeweils ein Ei ablegt. Die ersten, aus den Eiern geschlüpften Larven, werden von der Königin selbst gefüttert. Sobald nach der Verpuppung die jungen Hornissen schlüpfen, übernehmen diese dann die Brutpflege und vergrößern das Nest. Die Königin legt nur noch Eier. Sie bleibt während der warmen Jahreszeit im Nest. Im September schlüpfen dann aus den Eiern auch Männchen und geschlechtsreife Weibchen. Die befruchteten Weibchen suchen sich wieder ein geeignetes Versteck zum Überwintern. Die Königin im alten Nest, die Arbeiterinnen und die Männchen kommen um.

Schäden
Schäden werden von den Hornissen nicht angerichtet.
Die Hornissen sind friedfertige Insekten und setzen sich nur zur Wehr, wenn sie angegriffen werden.

Bekämpfung
Hornissen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht bekämpft werden. Sie dürfen nur umgesetzt werden. Sollte sich ein Nest in der Nähe menschlicher Wohnungen befinden, muß der Fachmann benachrichtigt werden.


Deutsche Wespe Paravespula germanica

Deutsche Wespe Paravespula germanica

Vorkommen
Die Nester der Deutschen Wespe haben eine graue Farbe, und können sehr groß werden. Sie werden meist in unterirdischen, alten Mäuse- oder Maulwurfsgängen errichtet. Es sind Dunkelhöhlennister. So kann man auch Wespennester in dunklen Hohlräumen von Zwischendecken in Gebäuden oder Dachböden finden. Im Freien findet man keine Nester der Deutschen Wespe.

Auftreten
Die Deutsche Wespe ist über ganz Europa und Nordafrika verbreitet. Nur in Nordskandinavien kommt sie nicht vor.

Aussehen
Sie ist gelb – schwarz gefärbt. Das Stirnschild weist meist ein oder drei schwarze Punkte auf. Sie sind zwischen 12 und 17 mm groß. Eine genaue Bestimmung der einzelnen Wespenarten kann nur vom Fachmann durchgeführt werden.

Ernährung
Da die Deutsche Wespe große Völker bildet (zwischen 1000 – 7000 Tiere) erbeuten sie große Mengen von Fliegen und ähnlichen Insektenarten. (Eiweißnahrung). Den Bedarf an kohlehydrathaltiger Nahrung decken sie durch die Aufnahme von Blütennektar und von zuckerhaltigen Stoffen, die sie in Siedlungsgebieten reichlich finden, ab. Dabei sind sie besonders an Fallobst (Äpfel, Birnen oder Pflaumen) zu finden. Dadurch können sie sich zur Plage für den Menschen entwickeln.

Lebensweise
Die Entwicklung der Deutschen Wespe ist ähnlich wie bei den Hornissen. Königinnen überwintern in Verstecken und bauen im Frühjahr ein neues Nest. Die größte Stärke der Völker wird in den Monaten Juni bis Oktober erreicht. Danach sterben die Arbeiterinnen und Männchen wieder ab. Die befruchteten Weibchen beginnen im Mai mit dem Nestbau.

Schäden
Materialschäden werden von dieser Art nicht angerichtet. Gesundheitliche Schäden können durch Stiche (wenn sie gestört werden) bei Allergikern auftreten.

Bekämpfung
Eine Bekämpfung der Wespen ist nicht unbedingt erforderlich, da sie den Bestimmungen des Artenschutzes unterliegen. Nur in Ausnahmefällen, wenn sich z. B. ein Nest in einem Rollokasten o. ä. befindet, und der Mensch unmittelbar betroffen wird, sollte der Fachmann eine Bekämpfung durchführen.

Gewöhnliche Wespe Paravespula vulgaris

Vorkommen
Ihre Nester sind wie die der Deutschen Wespe unterirdisch bzw. in dunklen Hohlräumen von Zwischendecken und Dachböden zu finden.

Auftreten
Die Arbeiterinnen des Volkes fliegen von Ende Mai bis Ende Oktober.

Aussehen
Ihr Stirnschild weist einen schwarzen, nach unten verbreiterten Längsstreifen auf. Die Hinterleibszeichnung ist wieder schwarz – gelb. Eine genaue Identifizierung ist allerdings nur durch den Fachmann möglich. Sie sind etwa 11 – 17 mm groß.

Ernährung
Die Gewöhnliche Wespe zeigt dasselbe Nahrungsverhalten wie die Deutsche Wespe.
Die Stärke des Volkes liegt zwischen 1000 und 5000 Tieren in einem Nest.

Lebensweise
Die Lebensweise der Gewöhnlichen Wespe ist die gleiche wie bei der Deutschen Wespe.

Schäden
Sie richten keine Schäden an. Sie kann durch das Anfliegen von süßen Speisen und Getränken in Siedlungsgebieten lästig werden. Allergiker sollten bei Wespenstichen den Arzt aufsuchen.

Bekämpfung
Da alle Wespenarten den Bestimmungen über den Artenschutz des Bundes –Naturschutz - Gesetztes unterliegen sollten nur in Ausnahmefällen Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden. Hierbei ist ein Fachmann zu beauftragen.

Gallische Feldwespe Polistes dominulus

Vorkommen
Die Gallische Feldwespe baut ihr Nest oberirdisch und in allseitig geschlossenen Räumen, z. B. auf Dachböden an Dachziegeln hängend.

Auftreten
Diese Feldwespenart liebt die Wärme. Ihr Verbreitungsraum liegt hauptsächlich im Mittelmeerraum. Südlich der Mainlinie ist sie häufig vertreten, während sie in England und Skandinavien nicht heimisch ist.
Da auch hier die Königinnen überwintern, sind sie bereits an warmen Apriltagen auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Nestbau. Sie fliegen bis zum Herbst.

Aussehen
Sie haben die typische Wespenfärbung – schwarz gelb. Ihr Hinterleib ist einer Spindel ähnlich, er läuft sehr spitz zu. Ihre Beine sind im Gegensatz zu den anderen Wespenarten sehr lang.

Ernährung
Die Larven werden mit Insekten, die gefangen und zerkaut werden, gefüttert. Die ausgewachsenen Tiere sammeln Nektar und Blüten von Büschen und Bäumen.

Lebensweise
Die Königin baut im Frühjahr ein neues Nest. Die Stärke des Volkes liegt zwischen 10 und 30 Tieren.

Schäden
Schäden werden von dieser Wespenart in keiner Weise angerichtet. Auch für den Menschen ist sie ungefährlich. Sie werden auch bei Störungen nicht aggressiv. Ihr Stachel ist sehr schwach, er durchdringt kaum die menschliche Haut.

Bekämpfung
Diese Art sollt auf keinen Fall bekämpft werden. Da sie erstens auch dem Artenschutzgesetz unterliegt, und zweitens für den Menschen ungefährlich ist. Eine Bestimmung der Art kann nur durch einen Fachmann ausgeführt werden.


Ohrwürmer Ohrenknieper Forficula auricularia

Vorkommen
Ohrwürmer halten sich tagsüber unter Steinen, Blumenkästen, Platten oder anderen
Dunklen Stellen versteckt.

Auftreten
Sie sind weltweit anzutreffen. In Blumenkästen sind sie ganzjährig zu finden.

Aussehen
Die ausgewachsenen Insekten sind etwa 10 – 16 mm groß und dunkelbraun gefärbt. Am Ende des Hinterleibes haben sie zwei große Zangen. Sie sind mit 4 Flügel ausgestattet. Ihre Flugmuskulatur ist reduziert, aus diesem Grund habden sie keine große Neigung zum Fliegen.

Ernährung
Sie ernähren sich im Haus von Obst– und Gemüsesorten, im Freien vertilgen sie viele Arten von Pflanzenschädlingen.

Lebensweise
Ohrwürmer sind nachtaktiv. Sie überwintern als Paare im Freien in Erdhöhlen. Das Weibchen legt im Frühjahr etwa 50 Eier ab. Durch mehrere Häutungen entwickeln sich die Larven, die den ausgewachsenen Insekten ähnlich sehen, zu geschlechtsreife Insekten. Die Larven haben noch keine Flügel. Die Larven und ausgewachsenen Insekten wandern nachts in die Häuser ein.

Schäden
Durch den Fraß an Obst und Gemüse können die Larven und ausgewachsenen Insekten den Bestand vernichten.
Im Garten bzw. Freiland sind sie jedoch nützlich, da sie sich dort von Pflanzenschädlingen ernähren.

Bekämpfung
Eine Bekämpfung sollte nicht durchgeführt werden, da sie im Freiland nützlich sind. Um einen Befall im Haus zu vermeiden, sollten Verstecke (Kisten, Bretterstapel o.ä.) vermieden werden. Vorhandene Ohrwürmer im Haus kann man anlocken, indem man umgestürzte Blumentöpfe mit erdbestäubter Holzwolle ausfüllt. Da die Ohrwürmer die Dunkelheit vorziehen, verstecken sie sich darin und man kann sie anschließend ins Freie bringen.

Bücherskorpion Chelifer cancroides

Vorkommen
Der Bücherskorpion ist in Papierstapeln zu finden, in feucht gelagerten alten Büchern oder in Abfallhaufen.

Auftreten
Er tritt ganzjährig auf und ist weltweit vertreten.

Aussehen
Er hat vier Beinpaare und am Kopf Taster, die mit Scheren versehen sind. Sein Körper ist abgeflacht und wird zwischen 4 – 5 mm lang. Er kann vorwärts und rückwärts laufen.

Ernährung
Er ernährt sich von Milben, Staubläusen und Springschwänzen. Außerdem von Eiern und Larven vieler Insekten.

Lebensweise
Vom Weibchen wird eine Brutkammer gesponnen. In diese legt es die befruchteten Eier ab. Nach drei Häutungen erreichen die Larven die Geschlechtsreife.

Schäden
Schäden werden nur durch die Kotablage der Insekten in Büchern verursacht.

Bekämpfung
Da er sich von anderen Schädlingen ernährt, ist eine Bekämpfung nicht erforderlich. Bücher sollten von den Insekten gereinigt und trocken gelagert werden. Dadurch wird dem Bücherskorpion die Nahrung entzogen und er wandert ab.

Silberfischchen Lepisma saccharina

Vorkommen
Silberfischchen treten in unseren Breiten ausschließlich im Haus auf.

Auftreten
Sie treten weltweit und ganzjährig auf.

Aussehen
Diese Insekten sind etwa 7 bis 11 mm lang und haben eine grausilbrige Farbe. Man kann sie ohne weiteres an den zwei langen fadenförmigen Fühlern und den drei Schwanzanhängen erkennen. Sie haben keine Flügel und bewegen sich in schlängelnden Bewegungen fort.

Ernährung
Sie ernähren sich vorwiegend von stärkehaltigen pflanzlichen und tierischen Nahrungsresten (Krümel etc.). Wenn nichts anderes vorhanden ist geben sie sich aber auch mit Papier oder Textilien, da auch hier Stärke vorhanden ist, zufrieden.

Lebensweise
Sie leben tagsüber versteckt unter losen Tapeten, hinter Scheuerleisten, unter Fußbodenbelägen o. ähnlichem. Sie sind hauptsächlich in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit und Wärme anzutreffen (Küche, Badezimmer). Nachts werden die Silberfischchen aktiv und krabbeln überall herum. Sie fallen dabei in Badewannen oder andere Gefäße mit glatter Oberfläche, aus denen sie dann nicht mehr heraus kommen.
Die Weibchen, die eine Lebensdauer von 5 Jahren erreichen können, legen in dieser Zeitspanne nur etwa 12 Eier in Ritzen ab. Aus den Eiern schlüpfen die Larven. Diese Larven werden nach 10 Häutungen in etwa 6 Monaten geschlechtsreif.

Schäden
Schäden im eigentlichen Sinne werden von ihnen nicht angerichtet. Wenn sie vermehrt auftreten, können Fraßschäden an Geweben bzw. stärkehaltigen Materialien aller Art entstehen. Sie wirken hauptsächlich ekelerregend.

Bekämpfung
Eine Bekämpfung ist nicht unbedingt erforderlich. Eine gute Belüftung und Vermeidung von hoher Luftfeuchtigkeit in den Räumen ist als Prophylaxe ausreichend. Gelegentliche starke Abkühlung in den Räumen führt auch zum Ziel, da die Silberfischchen wärmeliebend sind.